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Sonntag, 3. Dezember 2006

Die Walküre. Verbotene Liebe.

Michael

Zwei Tage später und gut ausgeruht stand heute der zweite Teil des Karlsruher Ringzyklus auf dem Programm. Bei einer Dauer von 5 Stunden für die gesamte Aufführung ist ein Beginn um 17 Uhr auch nicht zu früh.

Dennis Krief setzt auch "Die Walküre" mit genauem Blick auf die handelnden Figuren um und verzichtet auf eine ausgiebige Ausstattung. Wie schon in "Das Rheingold" baut er das Bühnenbild mit wenigen Elementen und gibt den Darstellern nur wenige, wichtige Requisiten an die Hand. Kunstvoll leuchtet er die einzelnen Situationen mit farbigem Licht und verschiedenen Videoprojektionen aus.

Im ersten Akt symbolisieren nur einige Holzbalken das Heim von Hunding und Sieglinde. Die Handlung in der Siegfried von Hunding zu Kampf gefordert wird und Sieglinde und Siegfried in einer inzestuösen Vereinigung Siegfried zeugen, wird vom Regisseur als intensives Spiel zwischen den drei Handelnden gezeigt. Gesanglich waren die Leistungen in diesem ersten Akt hervorragend. Der kraftvolle Tenor von Lance Ryan als Siegmund und die unglaublich ausdrucksstarke Sopranistin Edith Haller harmonierten wundervoll, obwohl das Paar Edith Haller und Klaus Florian Vogt in der letzten Spielzeit vielleicht noch ein wenig besser war. Peter Lobert als Hunding steigerte sich nach den ersten Minuten enorm und kam vor allem während der dramatischen Herausforderung an Siegmund unglaublich klar und ausdrucksstark beim Publikum an. Noch ein Wort zu Peter Lobert, wer am Freitag in "Das Rheingold", am Samstag in "Der Freischütz" singt und dann am Sonntag noch in "Die Walküre", bringt eine beachtliche Leistung.

Der zweite Akt und der dritte stand ganz im Zeichen des erfahrenen Wotan-Darstellers Jürgen Linn und Caroline Whisnant als Brünnhilde. Ergänzt wurden beide durch Silvia Hablowetz als Fricka die wunderbar differenziert in dieser Rolle als temperamentvolle Gattin aufging.

Wieder schaffte es das Orchester unter Anthony Bramall den Sängern die wagnerische Musik kraftvoll zu Füßen zu legen. Man spürte förmlich den Spass, den die Musiker beim Spielen hatten.

"Die Walküre" ist eine mitreißende und herausragende Inszenierung die heute mit tollen Leistungen der Darsteller und des Orchesters präsentiert wurde. Nur die Premierenbesetzung in der letzten Spielzeit schaffte es einen Tick besser zu sein.


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