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Freitag, 23. Oktober 2009

L'elisir d'amore. Mitreißend schwungvoll.

Michael

Starkult liegt mir eigentlich fern, aber Anna Netrebko wollte ich schon immer einmal live in einer Opernaufführung erleben. An diesem Wochenende war es dann soweit. Nach vergeblichen Versuchen, an die passenden Karten für eine Vorstellung in Wien zu kommen, hat es in Paris geklappt. Für die Aufführung von L'elisir d'amore von Gaetano Donizetti mit Anna Netrebko als Adina und Giuseppe Filianoti als Nemorino hatten wir Karten erstehen können.

Die Handlung von L'elisir d'amore ist schnell erzählt: Bauer sucht Frau. Frau liebt Soldat. Arzt hilft Bauer. Bauer erbt Geld. Frau liebt Geld, äh, Bauer.

Hmmm ...

Opéra Bastille
Die Aufführung selbst fand in der modernen Opéra Bastille statt und nicht im historischen Palais Garnier, wo seit 1989 hauptsächlich noch Ballettvorstellungen aufgeführt werden. Die Bastilleoper liegt am Place de la Bastille und ist mit moderner Bühnentechnik ausgestattet. Die Sicht von allen Plätzen des 2703 Plätze umfassenden großen Saals ist sehr gut, die Akustik gehört aber wohl nicht zu den besten. Unsere Sitze waren links von der Mitte in der zweiten Reihe, die in Wirklichkeit die erste war, da die eigentliche vorderste Reihe nur genau in der Saalmitte vorhanden war. Hervorragende Plätze um in die Oper einzutauchen, etwas schlechter für einen ausgewogenen Orchesterklang.

Die Inszenierung siedelt die Handlung der Oper im ländlichen Italien der 50er und 60er Jahre an und die Bühnenbilder wechseln zwischen einem Feld mit Heuballen, einer Taverne und dem Dorfplatz eines kleinen Ortes. Viele Details und passende Kostüme sorgen auch für den optischen Genuss der Aufführung. Besonders in der ersten Szene des ersten Akts sorgte die große Pyramide aus Heuballen für schwungvolle Bewegung bei den Darstellern und außergewöhnliche Positionen, in denen gesungen werden musste. Die zweite Szene zeigte dann einen Lastwagen des Quacksalbers Dulcamara vor einer Taverne und die erste Szene im zweiten Akt den Dorfplatz, auf dem die Hochzeit gefeiert werden sollte. Zum Schluss fanden sich die Darsteller dann wieder zwischen Heuballen wieder und durften neben ihrem Gesang nochmals ihre Beweglichkeit darbieten.

Das Orchester machte seine Sache gut an diesem Abend und ließ sich auch nicht durch eine Zwangspause zwischen den ersten beiden Szenen durcheinanderbringen, als der Vorhang mehrere Minuten lang klemmte und mehrmals einen Neuanfang der zweiten Szene erforderte. Paolo Arrivabeni am Dirigentenpult nahm es humorvoll und forderte von seinen Musikern eine schöne Leistung ab. Mehr Arbeit hatte er mit dem Chor, den er ein paar Mal auf das Tempo des Orchesters einbremsen musste.

Die Leistung der Sänger war umwerfend. Während bei Giuseppe Filianoti an der einen oder anderen Stelle vereinzelt eine Schwäche auszumachen war, kann man die Darbietung von Anna Netrebko an diesem Abend nur mit perfekt umschreiben. Allein an einer einzigen Stelle hielt sie einen Ton etwas angeberisch lange (Achtung, Ironie). Beiden war aber der Spaß an der Aufführung in jeder Sekunde anzumerken und Anna Netrebko schaffte es, die junge, etwas überhebliche Adina auch darstellerisch hervorragend zu verkörpern, während Giuseppe Filianoti den dahinschmachtenden, aber auch leichtfertigen jungen Bauer gab. Sehr gut gefallen hat mir neben George Petean als Belcore auch Paolo Gavanelli als Il Dottor Dulcamara, nicht nur im fantastischen Duett mit Adina, sondern ingesamt als ausgesprochen detailreicher Bassbariton.

Für mich ein unglaublicher Opernabend. Ich mag zwar eher mutigere Inszenierungen, aber durch die vielen Details war dieser Abend zu keinem Zeitpunkt fade. Auch wenn ich eigentlich gerne jegliche Kleinigkeit kritisiere, bei der Darbietung von Anna Netrebko fällt mir zu Gesang und Darstellung nichts zu mäkeln ein.

Samstag, 16. Februar 2008

Lucia Di Lammermoor. Düster.

Michael
Oft verpasst, habe ich am vergangenen Donnerstag endlich Lucia Di Lammermoor von Gaetano Donizetti gesehen. Die Inszenierung von Giancarlo del Monaco hatte bereits 1989 Premiere in Karlsruhe und befindet sich in dieser Spielzeit in der dritten Wiederaufnahme am Staatstheater in einer Neueinstudierung von Robert Tannenbaum.

Die musikalische Leitung hat Eraldo Salmieri übernommen, der als Gast in Karlsruhe tätig ist und zusammen mit der Badischen Staatskapelle die Musik Donizettis oft sehr pointiert und manchmal schon fast zu elanvoll herüberbrachte. Hier war auch irgendwie der Knackpunkt der Inszenierung: Das genial düstere Bühnenbild unterstützte zwar hervorragend die tragischen Handlung des Stückes, passte damit aber nicht immer zur Musik oder zur Darbietung der Darsteller. Warum musste ich bei Andrea Cesare Coronella, der als Gast die Rolle des Sir Edgardo übernommen hat, nur immer an eine andere Oper Donizettis, L'elisir d'amore, denken. Wenngleich er mit ausgezeichnetem Gesang überzeugen konnte.

Gefreut hatte ich mich auf Ina Schlingensiepen, die ich, wenn sie auch sicherlich nicht den kräftigsten Sopran im Ensemble hat, immer wieder gerne höre. Die schwierigen Koloraturen der Partie der Lucia meisterte sie dann ausgezeichnet und sah während Il dolce suono – Spargi d'amaro pianto auch noch "wahnsinnig" gut aus. Walter Donati machte einen gewohnt guten Job als Lord Enrico und auch die Nebenrollen überzeugten.

Abgesehen von der etwas statischen ersten Hälfte und dem zwar tollen, aber etwas zu düstern Bühnenbild, bin ich zufrieden mit etwa 15° Schlagseite nach der dreistündigen Vorstellung nach Hause gegangen.

PS: Kann jemand bestätigen, dass die bisher wirklich hervorragende hausgemachte Rote Grütze im Theater deutlich süsser geworden ist?

Dienstag, 15. Januar 2008

Vorschau: 3. Sinfoniekonzert in Karlsruhe

Michael
Für das Konzert am 3. und 4. Februar spielt die Badische Staatskapelle in Karlsruhe die Sinfonie Nr. 8 Es-Dur von Gustav Mahler. Das ist aus zwei Gründen erwähnenswert: Zum einen wird die Sinfonie wegen der Besetzung mit einem sehr großen Orchester, Orgel, acht Vokalsolisten, zwei großen gemischten Chören und Knabenchor auch "Sinfonie der Tausend" genannt und entsprechend selten gespielt. Zum anderen ist die Nachfrage in Karlsruhe nach dem Konzert so groß, dass die beiden Termine schon einige Zeit ausverkauft sind. Trotzdem gibt es noch die Möglichkeit das Konzert zu hören und zwar am 2. Februar zur öffentlichen Generalprobe für die diesmal tatsächlich Karten zu 10 € verkauft werden.

Montag, 17. Dezember 2007

Das Land des Lächelns. Eingefroren.

Michael
Zur Premiere der Operette Das Land des Lächelns von Franz Lehár war das Theater in Karlsruhe am Wochenende gut besucht.

Lisa verliebt sich in Sou-Chong und folgt ihm von Wien nach China. Dort muss Sou-Chong standesgemäß eine Beziehung zu einer Chinesin pflegen und stürzt Lisa damit in tiefe Verzweiflung. Lisa kehrt mit ihrem Verehrer Gustl nach Wien zurück.

Hmmm ...

Die Handlung der Operette ist an Einfachheit nicht zu überbieten und erfordert keinerlei Mitdenken beim Betrachter. So bleibt man als Zuschauer dann auch einigermaßen unterfordert und distanziert zum vorgetragenen Stück. Und obwohl der zweite Akt der Handlung in China spielt, bekommt man durch die Melodien das seltsam gleichbleibende Gefühl in einem Wiener Kaffeehaus zu sitzen.

Achim Thorwald hat aus dem Prinzen Sou-Chong einen chinesischen Filmstar gemacht und aus dem Onkel des Prinzen, der im Orginal auf eine traditionelle Heirat mit vier chinesischen Mädchen besteht, einen Filmagenten, der Sou-Chong in eine Beziehung zu einem chinesischen Filmsternchen drängt. Der Versuch, der Oberflächlichkeit, mit der Franz Lehar in seinem Stück chinesische Elemente nur der Exotik wegen eingebaut hat, mit dieser Modernisierung entgegenzuwirken, scheiterte schon daran, dass im zweiten Akt zwei Kendo-Kämpfer auftraten, was aber eine japanische Kampfkunst ist. Schön anzusehen dagegen waren die beiden aufwändigen Bühnenbilder von Christian Floeren und die Kostüme von Doris Hersmann.

Die Darsteller der Premierenbesetzung waren gut gewählt, Kirsten Blaise als adlige Lisa und Andreas Heidecker als ebenfalls adliger Gustl, passten ebenso gut in ihre Rollen wie Jung-Heyk Cho als Sou-Chong, Diana Tomsche als Mi und Johannes Eidloth als Tschang. Alle mit einer soliden gesanglichen Leistung, fiel Diana Tomsche, wie auch in vielen anderen Rollen dieser Spielzeit, durch eine gelungene darstellerische Darbietung auf. Das Orchester unter der Leitung von Daniel Carlberg spielte die Stücke allerdings etwas routiniert, ohne allzuviel Elan, herunter.

Insgesamt keine Operette und keine Inszenierung, die Begeisterung auslöste und so war der Applaus am Ende zwar einigermaßen reichlich, aber verhalten.

Freitag, 14. Dezember 2007

Kulturförderung

Michael
Beim Theaterkanal des ZDF habe ich einige interessante Zahlen über das Badische Staatstheater in Karlsruhe gefunden. So waren in der Spielzeit 2006/2007 560 Personen am Theater beschäftigt. Davon wohl 39 Schauspieler und 44 Sänger, 31 Mitglieder des Balletts, 53 Mitglieder des Chors und 99 Mitglieder des Orchesters. Dazu noch 210 Techniker und 30 Personen der Verwaltung (macht zusammen 506, entweder ist das ein Zahlendreher bei der Gesamtzahl oder es fehlen noch 54 Stellen). Der Etat betrug in der Spielzeit 2006/2007 37.315.100 € und wurde mit 33.781.200 € bezuschußt, somit wurden 3.533.900 € durch Kartenverkäufe eingenommen. Das sind etwa 10 % des Etats von 2006.

Laut des statistischen Monatsheftes des Landes Baden-Württemberg vom Februar 2007 haben die beiden Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart für die Spielzeit 2004/2005 jeweils 122 € und 129 € Zuschuß pro Besucher erhalten.

Aus eigener Erfahrung kann ich dazu noch einen Vergleich von einigen Kartenpreisen beisteuern. Während mich eine Karte der besten Kategorie für Carmen in Helsinki 68 € gekostet hat, muss ich in Wien für die Premiere von La forza del destino 180 € bezahlen und eine Premierenkarte in Karlsruhe kostet regulär 48 €.

Freitag, 16. November 2007

Pimpinone. Drück mich!

Michael
Pimpinone oder die ungleiche Heyrath ist eine komische Oper von Georg Philipp Telemann mit einem Libretto von Johann Philipp Praetorius. Das Badische Staatstheater hat das kurze Zwischenspiel für einen Sopran und einen Bariton im Inseltheater in Karlsruhe auf die Bühne gebracht. Zur Premiere am Donnerstag war das kleine Theater ausverkauft.

Hmmm ...

"Drück mich, drück mich, ich bin so glücklich". Durch die zeitlose Handlung hat das Libretto von 1725 auch heute noch eine große Komik. Dazu hat es Regisseur Knut Weber ausgezeichnet verstanden an den richtigen Stellen Elemente aus der heutigen Zeit einzuarbeiten, was für einige zusätzliche witzige Momente sorgte. Ein Höhepunkt der Inszenierung war sicherlich der überraschende Verlauf der Übergabe des Brautgeldes, über den ich hier aber nicht viel mehr verraten will. Aber Ulrich Wagner und die fünf Mitglieder der Badischen Staatskapelle, die mit ihm zusammen für die gelungene Darbietung der Musik sorgten, spielten dabei jedenfalls ein Rolle.

Die beiden einzigen Figuren der Handlung, Vespetta und Pimpinone, wurden wunderbar verkörpert durch die Sopranistin Berit Barfred Jensen und Kammersänger Tero Hannula. Während Berit Barfred Jensen die Launenhaftigkeit der Vespetta, unterstützt von einem sich immer mehr aufplusternden Kleid, schön nach und nach immer mehr durchblicken lies, bezog Tero Hannula bei der Darstellung des Pimpinone auch das Publikum immer wieder mit ein. Einer seiner Höhepunkte war sicherlich die gehässige Arie als sich Pimpinone über die tratschenden Frauen ausläßt.

Ein humorvolles Stück, gut inszeniert und gespielt, toll gesungen, nur 10 Euro Eintritt, wer da nicht hingeht ist selbst schuld.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Die Frau ohne Schatten. Mann mit.

Michael
Nach viel Mozart und Wagner in der letzten Spielzeit hatte sich das Badische Staatstheater für dieses Jahr einer Oper von Richard Strauss als Herausforderung angenommen, die in den achtziger Jahren schon einmal für erstaunliche dreizehn Spielzeiten in Karlsruhe auf dem Programm stand. Im Jahr 1915 vollendete Richard Strauss mit Die Frau ohne Schatten eine seiner anspruchsvollsten Partituren und vergangenen Samstag hatte die knapp vier Stunden lange Oper Premiere in Karlsruhe.

Es geht um den Leidensweg zweier Paare. Die Kaiserin eines weit entfernten Traumlandes wirft keinen Schatten und kann auch auch keine Kinder bekommen. Wenn sich dieser Zustand zu einer bald ablaufenden Frist nicht ändert, wird der Kaiser sich in Stein verwandeln. Deshalb will die Kaiserin bei den Menschen ihren Schatten gewinnen und sucht sich dazu die ebenfalls noch kinderlose Färbersfrau aus. Der Handel von Schatten und ungeborenen Kindern gegen Reichtum kommt zustande. Schliesslich entscheidet sich die Kaiserin aber doch für das Menschsein und die Liebe der beiden Paare sorgt für ein glückliches Ende.

Hmmm ...

"Nun will ich jubeln" singt der Färber Barak am Ende und das Publikum hat es ihm gleich getan. Darsteller, Orchester und Aufführung erhielten völlig zu Recht lange anhaltenden Applaus.

Robert Tannenbaum verzichtete auf die Darstellung eines klassischen Märchens und setzte zusammen mit Peter Werner auf eine klare und szenische Bühne mit wenigen, aber doch symbolträchtigen, Elementen. Die Inszenierung entwickelte sich dadurch zu einer kurzweiligen Angelegenheit, da man, während man der wunderbaren Musik von Richard Strauss lauschte, immer wieder über den Sinn und Zweck des einen oder anderen Gegenstand rätseln konnte.

Kaiserin und Kaiser, dargeboten von Kirsten Blanck und Lance Ryan, und Färberin und Färber, dargeboten von Caroline Whisnant und Marcus Jupither, boten zusammen mit Wilja Ernst-Mosuraitis als Amme eine so überzeugende Leistung, dass es die kommende Galabesetzung schwer haben dürfte, Besseres zu zeigen. Marcus Wilja Ernst-Mosuraitis mit wunderbar weichem Bariton, Caroline Whisnant mit unglaublicher Dynamik und eine diabolische anmutende Wilja Ernst-Mosuraitis. Kirsten Blanck nach manchen Geschmack mit vielleicht etwas zu zuviel Vibrato und Lance Ryan ganz anders als in seiner Rolle als wagnerischer Heldentenor.

Kraftvoll und dynamisch brachte die große Besetzung der Badischen Staatskapelle unter der Leitung von Anthony Bramall die Dramatik der Musik zur Aufführung und hinterließ einen überwältigenden Eindruck. Wunderbar das Solo von Janos Ecseghys an der Violine im dritten Akt und die Darbietung von Thomas Gierons am Violoncello. Schön auch, dass in Karlsruhe eine Glasharmonika gespielt von Philippe Margerres eingesetzt wird, deren ätherischen Klänge nicht hätten fehlen dürfen.

Unbedingt anschauen und anhören.

Montag, 3. September 2007

Theaterfest

Michael

Nachdem ich das letzte Jahr davon berichtet hatte, was es beim Theaterfest alles zu erleben gibt, sei hier einmal der Hinweis auf das diesjährige Theaterfest erlaubt, welches am 15. September am und im Theater stattfindet.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Don Giovanni. Im Kreis.

Michael
Zur letzten Opernpremiere in dieser Spielzeit führte das Badische Staatstheater am vergangenen Samstag in Karlsruhe Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Die Oper Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni, wie sie korrekt und vollständig heißt, gilt als eines der Meisterwerke der Operngeschichte. Sie wurde 1787 in Prag mit unbekanntem Erfolg uraufgeführt. Etwa ein halbes Jahr später fand eine Aufführung in Wien statt, die Mozart inzwischen in Teilen abgeändert hatte.

Hmmm ...

Die Inszenierung von Robert Tannenbaum war langweilig und erntete zurecht vor vollbesetztem Haus einige Buhrufe. Es fehlte an überraschenden Einfällen und Deutungen des Stoffes. Auch das Bühnenbild von Peter Werner trug seinen Teil dazu bei, da vor allem im ersten Akt die drehbare Bühne zwar für immer wechselnde Ansichten sorgte, aber ansonsten auch an mangelndem Einfallsreichtum darbte.

In Karlsruhe kam die heute üblicherweise gespielte Fassung zur Aufführung, die aus einer Mischung zwischen Mozarts Prager und seiner Wiener Fassung entstand. Dies bedeutet insbesondere eine grössere Rolle für Don Ottavio als bei der Uraufführung in Prag. Auch dank der hervorragenden Leistung von Bernhard Berchthold eine gute Entscheidung. Als Don Ottavio und erfahrener Mozart-Tenor erhielt er völlig zurecht, nach zwei ausgezeichneten Arien, den meisten Applaus vom Publikum. Die Sängerinnen und Sänger machten ihre Sache als meist Rollenneulinge sehr gut. Ina Schlingensiepen als Donna Anna ebenso wie Stefan Stoll als Leporello und Mika Kares als Masetto. Toll besetzt war die Rolle der Zerlina mit einer darstellerisch wunderbar aufgelegten Diana Tomsche. Christina Niessen als Donna Elvira hatte mit ihrer starken Persönlichkeit dann Schwierigkeiten, wenn es etwas leise wurde oder sie ihre Lautstärke zu Gunsten ihrer Mitstreiter besser etwas zurückgehalten hätte. Für die Titelrolle des Don Giovanni hätte ich mir eine andere Besetzung statt Konstantin Gorny gewünscht. Mit seiner mächtigen Stimme und großer Präsenz entspricht er nicht unbedingt dem Bild eines ausschweifenden jungen Edelmanns.

Das Orchester unter der Leitung von Jochem Hochstenbach und Myoung-Uh Ryu am Cembalo spielten die Musik Mozarts gut, aber ebenfalls ohne Auffälligkeiten. Beim Anhören lohnt es sich, auf das schöne Stück, bei dem Mozart Menuett, Kontratanz und Deutscher Tanz gleichzeitig erklingen lässt, zu achten.

Keine Aufführung, die man unbedingt sehen müsste. Interessant könnte eventuell auch die Premiere mit der zweiten Besetzung am kommenden Freitag werden. Unter anderen singt Jung-Heyk Cho die Rolle des Don Ottavio. Jung-Heyk Cho ist ein junger Sänger, der gerade seinen Abschluss an der Hochschule in Dresden gemacht hat und für die kommende Spielzeit vom Badischen Staatstheater verpflichtet wurde.

Justin Brown wird Generalmusikdirektor in Karlsruhe

Michael

Schon etwas älter, aber wissenswert, ist die Nachricht, dass der Brite Justin Brown ab der Spielzeit 2008/2009 neuer Generalmusikdirektor am Badischen Staatstheater in Karlsruhe wird und damit die Nachfolge von Anthony Bramall antritt. Justin Brown möchte an die Wagner-Tradition in Karlsruhe anknüpfen.

Na, mal abwarten, zuviel Wagner wäre nicht unbedingt nach meinem Geschmack. Ich freue mich erstmal auf Rusalka von Antonín Dvořák in der nächsten Spielzeit. Mal sehen, wer die bewegendste Arie aller Zeiten singen darf.

Sonntag, 17. Juni 2007

Otello. Zurückhaltend grandios oder grandios zurückhaltend.

Michael
Zur Premiere der italienischen Oper Otello war das Badische Staatstheater in Karlsruhe am Samstag trotz des warmen Wetters gut besucht. Das späte Werk von Giuseppe Verdi entstand 1887 zu einer Zeit, in der Verdi eigentlich schon nicht mehr komponieren wollte, weil er in seiner Wahrnehmung zu oft und in ungerechtfertigter Weise mit seinem Zeitgenossen Wagner verglichen wurde. Sein Verleger konnte Verdi damals aber doch noch überreden das Libretto, was nach dem Theaterstück Othello von William Shakespeare entstand, zu vertonen.

Ende des 15.Jahrhunderts kehrt der zyprische Feldherr Otello von einem Krieg gegen die Türken heim und wird von seiner Frau Desdemona und seinem Volk empfangen. Im folgenden schafft es Jago, ein unzufriedener Offizier aus Otellos Heer, durch seine Intrigen die Eifersucht und das Misstrauen von Otello gegenüber Desdemona so anzufachen, dass Otello schliesslich seine Frau erwürgt. Nicht ohne am Ende zu der Erkenntnis zu gelangen, dass alles nur Schein und Betrug war und sich dann selbst das Leben zu nehmen.

Hmmm ...

Das Karlsruher Publikum spendete begeistert lang anhaltenden Applaus für Sänger, Orchester und die Inszenierung. Gerade die so oft gehörten Unmutsbekundungen für Bühne, Kostüme und Regie blieben aus. Dabei könnte man der Inszenierung etwas vorwerfen, was dann aber vielleicht gerade wieder ihre Stärke ausmachte. Achim Thorwald hat zusammen mit Christian Floeren und Ute Frühling die Aufführung sehr zurückgenommen in Szene gesetzt. Die Bühne wird beherrscht von einer einzigen riesigen Treppe, die Schloßplatz, Hauptsaal und Schlafgemach in einem darstellt. Diese, aus verschiedenen Perspektiven präsentiert, und nur wenige Requisiten definieren den Ort des Geschehens. Die Kostüme trennen das einfache Volk in Grau-blau von den Soldaten in Schwarz und von Otello und Desdemona in strahlendem Weiß. Einzig Rodrigo darf sich in grellem Gelb von den schwarzen Anzügen der anderen Edelmännern abheben. So stellen Bühnenbild und Kostüme, ebenso wie die sparsamen Aktionen der Darsteller, die Musik Verdis weit in den Vordergrund. Während dieses Vorgehen in den ersten beiden Akten noch leichte Schwächen hat, geht das Konzept nach der Pause auf.

Umso wichtiger war es, dass Dirigent Anthony Bramall und das Orchesters die Funken der Musik Verdis auf das Publikum überspringen lassen, was ihnen auch scheinbar mühelos von Anfang an gelang. Der dramatisch geniale Orkan, der zu Beginn während der Heimkehr Otellos tobt, zog mit Bässen, Posaunen und Piccoloflöten die Zuhörer sofort in seinen den Bann. Einen erheblichen Teil trug dazu auch der Opernchor bei, der für dieses Werk durch den Extrachor des Theaters unterstützt wurde. So gelangen die Chorszenen kraftvoll und überzeugend.

Die Sänger waren großartig aufgelegt. Von Lance Ryan als klangvoller Otello, der im ersten Akt ein wenig zu zurückhaltend dem Chor gegenübertrat, über Walter Donati als grandioser Jago, Cenk Biyik als Cassio und Mauro Nicoletti als Roderigo waren kaum Schwächen auszumachen. Fast die ganze Last der Frauenstimmen musste Barbara Dobranska als Desdemona auf sich nehmen und trug sie mit Bravour. Bereits einer der Lieblinge des Karlsruher Publikums trug sie durch ihren tadellosen und mitreißenden Gesang dazu bei, sich diese Status weiter zu erhalten.

Kein Abend für Freunde aufwändiger und ausgefeilter Inszenierungen, aber Liebhaber von italienischen Opern und Verdis Musik wurden auf das Allerbeste bedient.

Dienstag, 24. April 2007

Werther. Verzweifelt.

Michael

Am vergangenen Samstag hatte am Badischen Staatstheater in Karlsruhe die Oper Werther von Jules Massenet Premiere. 1892 in Wien uraufgeführt ist die Oper entstanden nach dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang Goethe. Darin verarbeitet Goethe eine eigene glücklose Liasion und verwendet den Selbstmord eines Gesandtschaftssekretärs in Wetzlar.

Im Jahr 1771 verliebt sich Werther in die bereits versprochene Charlotte und verlässt ohne Hoffnung das Dorf. Als er nach Charlottes Hochzeit doch zurückkehrt und beide dann die Unmöglichkeit einer Beziehung erkennen, leiht er sich von Charlottes Mann Albert zwei Pistolen und erschießt sich.

Hmmm ...

Massenet hat mit Werther eine musikalisch wunderschöne Oper geschaffen, die aber leider etwas handlungsarm ist. Die Geschichte aus der Vorlage wird auf ihren Kern reduziert und die Gemützustände der Protagonisten schwanken zwischen Verzweiflung und Verzweiflung.

Robert Tannenbaum und Christian Floeren beginnen die Inszenierung während der Overtüre mit einem bewegenden Bild: Sophie steht trauernd am Grab von Werther, während Charlotte verzweifelt daneben sitzt und Albert im Hintergrund steht. Somit ist der Ausgang der Geschichte vorweg genommen und der erste Akt kann im Haus des Amtmann beginnen. Die Handlung ist verlegt in ein tristes 20. Jahrhundert mit elektrischem Strom und einem Fernseher auf der Stube. Nur Charlotte und Werther stechen in den ersten beiden Akten mit etwas Farbe in den Kostümen hervor, die von Ute Frühling gestaltet wurden. Mutig, die Entscheidung Sophie mit einer Gehbehinderung darzustellen. Die Bühne bleibt von Beginn an beweglich mit zwei Wänden, die von links oder rechts die nicht im Fokus der Handlung befindlichen Teile verdecken und den Blick auf das Wesentliche lenken. Bemerkenswert auch der geniale Übergang zwischen dem dritten und dem vierten Akt.

Die Badische Staatskapelle brachte die Musik Massenets nach einem verhaltenen Beginn unter der Leitung von Daniel Carlberg sehr gefühlvoll zu Gehör und bot den Sängern eine zu jeder Zeit passende Grundlage für ihre Darbietung. Silvia Hablowetz als Charlotte und Keith Ikaia-Purdy als Werther zeigten beide eine ausgezeichnete Leistung und ergänzten sich wunderbar. Vor allem Silvia Hablowetz konnte man am Ende auch ansehen, wieviel Spaß sie an dieser Rolle, trotz der notwendigen Anstrengungen, hatte. Der Italiener Armin Kolarczyk gefiel als Albert in seiner ersten Premiere in Karlsruhe. Herausfordernd war sicherlich auch die Rolle der Sophie für Ina Schlingensiepen, da sie wegen der Gehbehinderung der Sophie die komplette Aufführung mit zwei Beinschienen absolvieren musste. Doch meisterte sie dies auch schauspielerisch sehr gut.

Am Ende bekamen Darsteller und Orchester begeisterten Applaus vom Karlsruher Publikum, welches es sich aber nicht nehmen ließ, Regie, Bühne und Kostüme mit ausführlichen Buhrufen zu bedenken. Allerdings ist es schwierig nachzuvollziehen, warum deren Leistung nicht gefallen hat. Regisseur Tannenbaum hat eine handlungsarme Oper mit einer abwechslungsreichen Inszenierung versehen, manche Einfälle, etwa die Gehbehinderung der Sophie, scheinen zwar nur wenig in der Geschichte begründet, sorgten aber trotzdem für Abwechslung. Einzig die Bühne im dritten Akt schien mit der riesigen Madonnenstatue etwas verworren.

Samstag, 31. März 2007

Il Barbiere Di Siviglia. Dauerläufer.

Michael

Wiener Staatsoper
Bei meinem Besuch in Wien ließ ich natürlich auch die Wiener Staatsoper nicht aus und besuchte die 335. Aufführung der Oper Il Barbiere Di Siviglia von Gioachino Rossini. Diese Inszenierung ist wohl ein echter Dauerläufer in der österreichischen Hauptstadt.

In der komischen Oper versucht Graf Almaviva die Gunst der Rosina zu gewinnen und sie noch vor Doktor Bartolo zu ehelichen. Beraten wird er dabei von Figaro, dem örtlichen Friseur. Die Handlung ist quasi die Vorgeschichte zu Mozarts Oper Le nozze di Figaro. Mit dieser Aufführung gaben zwei Künstler ihr Debüt an der Wiener Staatsoper: Dirigent Marc Piollet und Bariton Dmitri Voropaev als Graf Almaviva.

Hmmm ...

Dank des nur wenig abgesenkten Orchestergrabens im Gebäude der Staatsoper Wien konnte man das Orchester und den Dirigenten ausgezeichnet beobachten. Marc Piollet schien sich dessen auch bewußt gewesen zu sein und zeigte während der Ouvertüre eine kleine Show, die zwischendurch an einen Breakdance erinnerte. Das Orchester machte trotzdessen einen routinierten und unaufgeregten Eindruck bei seinem Spiel.

Nachdem sich der Vorhang hob, wurde der Blick frei auf eine Hausfassade mit insgesamt neun Zimmern, in und vor denen sich die gesamte Handlung abspielte. Während sich die erste halbe Stunden recht langweilig gestaltete und die Sänger regelmäßig nur an die Rampe traten um ihre Arien zu singen, wurde es mit zunehmender Zeitdauer interessanter, da sich das Geschehen mehr vom Vorplatz des Hauses in die Zimmer des detailreichen Bühnenbildes verlagerte.

Die Darsteller konnten gesanglich allesamt überzeugen, insbesondere Dmitri Voropaev als Graf Almaviva gelang ein sehr gutes Debüt, obwohl am Ende Carlos Alvarez als Figaro vom bunt gemischten Publikum deutlich mehr Applaus bekam. Darstellerisch durfte sich vor allem Bartolo, gespielt von Alfred Sramek, austoben. Allerdings glitten manche Regieeinfälle sehr ins Alberne ab.

Musikalisch und gesanglich war die Aufführung wirklich ausgezeichnet. Leider konnte mich die Inszenierung nicht überzeugen. Zu sehr auf den Massengeschmack ausgerichtet fehlten die interessanten Regieideen.

Montag, 19. März 2007

Mathis der Maler. Irgendwie unfertig.

Michael

Am Wochenende zeigte das Badische Staatstheater die Premiere der Oper Mathis der Maler von Paul Hindemith. Der deutsche Bratschist gilt als bedeutender Komponist der Moderne. Mit seinen Werken hatte er aber bereits ab 1929 vermehrt Probleme mit den Nationalsozialisten, die ihn 1938 ins Exil in die Schweiz trieben. Dort fand auch die Uraufführung der Oper statt, welche sich mit dem Leben des Malers Matthias Grünewald, einem Vertreter der Renaissance, beschäftigt.

Hmmm ...

Die Oper in sieben Bildern dauert in voller Länge etwa viereinhalb Stunden. Für die Aufführung in Karlsruhe hat Regisseur Alexander Schulin die Handlung aber auf ungefähr drei Stunden gekürzt und konzentriert sich auf den Konflikt des Malers mit den Realitäten der Bauernkriege. So gelang ihm eigentlich eine recht kurzweilige Inszenierung, die aber auch mit einigen obskuren Anspielungen aufwarten konnte. Warum die Akteure quasi erst auf der Bühne ihr Kostüm überzogen und noch vor dem Abgehen wieder ablegten, erschloss sich mir nicht (als Anspielung auf den oft zitierten parabelhaften Charakter der Oper reicht mir das nicht). Etwas zu albern erschienen mir auch die Gasmasken der Soldaten bei der Niederschlagung des Bauernaufstandes und der Bischof, der sich in sein Eremitendasein zurückzieht und sich dazu neben das Skelett eines Heiligen in den Sarg legt. Das Bühnenbild von Christoph Sehl erweckt einen wohl absichtlich unfertigen Eindruck, weil es einfach aus ein paar unbemalten Holzplatten zusammen gezimmert wurde. Die einzelnen Elemente erinnern immerhin in ihrer grundsätzlichen Form an die Umrisse des Isenheimer Altar, dem wohl berühmtesten Werk des Malers. So war das Bühnenbild zwar keine Offenbarung, passte aber recht gut zur Inszenierung, auch mit dem echten Baum, der sich zum Ende der Schaffenszeit des Malers in ein Gemälde verwandelte.

Das Orchester unter der Leitung von Jochem Hochstenbach hat vor allem mit starken Streichern die Musik Paul Hindemiths sehr gut umgesetzt. Die Musiker ließen zu jeder Zeit den Sängern den Vortritt, ohne zu sehr in den Hintergrund zu treten. Der Maler Mathis wurde gesungen von Thomas Johannes Mayer, sein Gegenpart der Bischof von Mainz von Mauro Nicoletti. Beide boten eine gute Leistung, obwohl Mauro Nicoletti etwas verhalten begann (er durfte allerdings auch seinen ersten Auftritt gleich vom Ende der Bühne über sämtliche Köpfe hinweg meistern). Matthias Wohlbrecht hat mir im Ring besser gefallen, da dort seine Stimme nach meinem Geschmack besser zur Rolle passte. Bei Klaus Schneider stimmte zu Beginn das Timing nicht wirklich, er fand aber schnell in seine Rolle. Auch Edith Haller als Ursula, die sich zum neuen Liebling des Karlsruher Publikums mausert, hatte am Anfang mit einigen Tönen ihre Probleme. Und Diana Tomsche wird immer besser, sie sang die Regina. Die restliche Besetzung mit Peter Lobert, Ulrich Schneider und anderen sowie der Chor überzeugten ebenfalls mit einer premierenwürdigen Leistung.

Die Inszenierung von Alexander Schulin und Christoph Sehl war nicht ganz so gelungen wie Mefistofele in der vergangenen Spielzeit, hat mir aber trotz des ständigen Umziehens der Kleidung, gefallen. Wie wohl auch dem restlichen Premierenpublikum, das ausnahmlos jubelnden Beifall spendete. Die Oper ist abseits der üblichen Verdächtigen eine sehenswerte Aufführung.

Und nun freue ich mich auf Il barbiere di Siviglia in Wien am kommenden Freitag :-)

Sonntag, 7. Januar 2007

Der Ring der Rheintöchter

Michael

Wegen Weihnachten und Neujahr mit etwas Verspätung hier mein Fazit zur Aufführung "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner am Badischen Staatstheater in Karlsruhe.

Die Rheintöchter haben den Ring wieder in ihren Händen, alle Helden sind tot, die Götter von Flammen verzehrt und eine neue Weltenordung beginnt. Um es vorweg zu nehmen, trotz neuer Weltenordnung wird der Karlsruher Ring an Ostern 2007 noch einmal aufgeführt und das ist auch gut so.

Mit viel Aufwand wurde über mehrere Jahre hinweg der komplette Ringzyklus gebaut, geprobt, inszeniert. Herausgekommen sind vier Opernabende, die in ihrer Gesamtheit viel Freude machen und mit tollen Sängern und Sängerinnen, sowie einem hervorragend agierenden Orchester aufwarten können. Die Inszenierung wird mit ihren Schwächen sicherlich nicht in die Geschichte eingehen, hat aber genügend lichte Momente um an ihren schwachen Stellen ignoriert werden zu können.

Wer den Ring im Dezember nicht gesehen hat, dem sei die komplette Aufführung an Ostern empfohlen. Wer sich auf einzelne Aufführungen beschränken möchte, der sollte "Das Rheingold" oder "Die Walküre" in Betracht ziehen.

Eine Anmerkung zu den Kartenpreisen der Ring-Abonements sei noch erlaubt: Sicherlich ist eine Produktion des Wagnerischen Rings eine aufwändige Angelegenheit, aber ob es nicht besser wäre mit moderaten Preise das Haus voll zu bekommen, statt mit Galakartenpreisen etlichen leere Plätze zu haben, sollte eine Überlegung wert sein.

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Michael Baumgärtner